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11. Juni 2019

REWE-Umweltbeirat macht Ortsbegehung

Was passiert mit dem Oberboden der REWE-Projektfläche in Wölfersheim? Wohin kann der abgetragene Boden verbracht werden? Wohin fließen Ab- und Regenwasser? Was tut sich aktuell auf dem Baufeld? 15 Mitglieder des REWE-Umweltbeirats, dem auch Bürgermeister Eike See angehört, ließen sich unter anderem diese Punkte kürzlich bei einem Vor-Ort-Termin von Bernd Jäger, Dränverband Wölfersheim, Bodenkundler und Agrarwissenschaftler Dr. Gerhard Dumbeck sowie dem Ortslandwirt Andreas Storck und dessen Stellvertreter Markus Lang genau erläutern. Der Klimaschutzbeauftrage der Gemeinde Wölfersheim, Markus Michel, sowie das Mitglied der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), Udo Seum, standen dem Gremium ebenfalls beratend zur Seite.

Begonnen wurde zunächst mit einem Vortrag des Leiters Archäologie Wetteraukreis, Dr. Jörg Lindenthal, über die auf der Fläche stattfindenden Ausgrabungen. Er stellte die Methodik, die aktuelle Entwicklung sowie das weitere Vorgehen vor und gab einen Einblick in die bisherigen Freilegungen.

REWE bietet an, eine mögliche Dokumentation der Archäologie auf dem späteren Betriebsgelände auszustellen.

Bernd Jäger stellte anhand von zwei Bodenprofilen die unterschiedliche Beschaffenheit des Ackerbodens dar. Dabei wird der Boden bis zu einer Tiefe von einem Meter nach seiner Zusammensetzung (Bodenart, Humus- und Kalkgehalt), nach seinen Horizonten, seiner Struktur, seiner Durchwurzelung und seiner nutzbaren Feldkapazität beschrieben.

Die Ortslandwirte erklärten die geplante Verbringung des Ackerbodens sowie den Ablaufprozess auf die Flächen, auf denen die PreussenElektra AG in den 1960ern großflächig Braunkohleabbau betrieb. Diese Flächen befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße 455.

Als Abschluss wurde das angedachte Areal für die Entwässerung von Schmutz- und Regenwasser besichtigt. Es wurde anhand einer Karte erläutert, welche Bereiche der Gemarkung Berstadts berührt werden. Das Schmutzwasser soll nach einer Vorreinigung über die Pumpstation in Berstadt zusammen mit dem örtlichen Abwasser zur Kläranlage Hungen-Utphe geführt werden. Für das Regenwasser ist geplant ein unterirdisches Rückhaltebecken mit einem Volumen von 6.800 m³ zu bauen. Weil durch die vorhandene Höhenentwicklung eine Ableitung des Regenwassers in Richtung der Wölfersheimer Seen im sogenannten Freispiegelgefälle nicht möglich ist, ist seitens REWE vorgesehen, das Regenwasser zu stauen und dosiert und verträglich in den Waschbach einzuleiten.

Die REWE-Verantwortlichen bedankten sich bei den Organisatoren des Vor-Ort-Termins für die anschaulichen und fachkundigen Ausführungen und bei den angereisten Mitgliedern des Umweltbeirats für die interessierte Teilnahme.