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2. November 2018

REWE und Gemeinde informieren zum Status quo

Die Planungen und vorbereitenden Maßnahmen für das neue REWE Logistikzentrum in Wölfersheim laufen auf Hochtouren. Sowohl REWE als auch die Gemeinde Wölfersheim legen im Sinne einer offenen und transparenten Kommunikation Wert auf einen stichhaltigen und faktentreuen Informationsfluss. Vor diesem Hintergrund lud das Unternehmen am Dienstag zum Pressegespräch ein, bei dem die Projektverantwortlichen nochmals die Notwendigkeit des neuen Lagers darlegten und erläuterten, warum man – trotz kritischer Stimmen – vom geplanten Standort an der A45 nach wie vor überzeugt ist.

Wie berichtet, sind die bestehenden Läger in Rosbach und Hungen, die rund 500 REWE-Märkte der Region beliefern, an ihrer absoluten Kapazitätsgrenze angelangt. Die rund 550 Logistik-Mitarbeiter arbeiten unter schwierigen Bedingungen, um die Distribution und die Warenverfügbarkeit in den Supermärkten zu gewährleisten.

Wie Martin Obermann, Leiter Immobilien Asset Management REWE Group, und Manfred Sapper, Leiter REWE Logistik Mitte-Nord, erklärten, habe man daher in einem Radius von 50 Kilometern um die bestehenden REWE-Läger in Rosbach und Hungen eine Entwicklungsfläche gesucht. Aufgrund der benötigten Fläche und den topografischen Anforderungen sind alle möglichen Alternativen zum Standort in Wölfersheim ausgeschieden. „Wölfersheim ist aus verschiedenen Gründen der optimale Standort, unter anderem natürlich auch aufgrund der Nähe zu den jetzigen Standorten und der unmittelbaren Anbindung an die Autobahn. Wir sind uns bewusst, dass wir einen gravierenden Eingriff in die Landschaft planen. Aber dies geschieht mit höchstem regionalem Verantwortungsbewusstsein, um unserer Nahversorgungs-Aufgabe gerecht zu werden und den Mitarbeitern weiterhin wohnortnahe und zukünftig ergonomisierte Arbeitsplätze anbieten zu können. Und um kurze Wege zu den Märkten zu haben, um die Verkehrsbelastung so gering wie möglich zu halten. So halten wir den Eingriff in die Landschaft im Ergebnis für vertretbar, denn wir tun alles, damit er letztlich so gering und schonend wie möglich ausfällt“, so Obermann.

Das neue REWE-Lager wird ein Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) mindestens in Gold erhalten. Ziel ist es die Energieeffizienz zu erhöhen, klimarelevante Emissionen zu reduzieren und Ressourcen zu schonen. REWE-Energiemanager planen mit intensiver Unterstützung externer Spezialisten ein detailliertes Konzept zur bedarfsgerechten Anlagensteuerung bei geringstem Verbrauch mit höchster Effizienz.

REWE legt besonderen Wert auf größtmögliche Reduktion der Lichtverschmutzung. Zum Einsatz kommt LED-Beleuchtung mit einem Insekten nicht anlockenden Lichtspektrum von 4.000 K in insektendicht eingehausten Lampen. Es ist zudem keine Effektbeleuchtung an dem Gebäude geplant.

Der mittlere Frischwasserverbrauch wird 3m³/h betragen, was einem Einwohnergleichwert von 626 entspricht. Aufgrund des Einsatzes von Regenwasser als Brauchwasser kann dieser Verbrauch nochmals um 60 Prozent reduziert werden.
Das Niederschlagswasser wird gereinigt und gedrosselt über einen Kanal in den Waschbach eingeleitet. Die Rückhaltung erfolgt in einem unterirdischen Becken, bei Überfüllung erfolgt der Rückstau in das eigene, mehrere Kilometer lange Leitungssystem. Das Schmutzwasser wird nach Vorreinigung über einen weiteren Kanal in die Kläranlage nach Berstadt geführt.

Ein eigens gegründeter Umweltbereit diskutiert über weitere umweltrelevante Themen. REWE-Mitarbeiter, Vertreter der Gemeinde Wölfersheim und des Wetteraukreises sowie externe Fachleute beschäftigen sich mit den Themenfeldern Boden, Naturschutz, Artenschutz, Energie und Klima, Mensch und Kultur. Geplant werden Maßnahmen wie beispielsweise die schonende Verbringung der wertvollen Oberböden auf andere, weniger gute Böden in und um Berstadt.
Im Sinne einer möglichst großen Transparenz geht in den nächsten Wochen eine eigene Website für das geplante Projekt online, in dem sämtliche Themen und Fragestellungen aus der Bevölkerung behandelt und beantwortet werden.

Der weitere Verlauf des Bauvorhabens ist wie folgt geplant: REWE erwartet die Änderung des Flächennutzungsplanes und des B-Planes bis Frühjahr 2019, so dass im Sommer 2019 die Arbeiten an der äußeren Erschließung beginnen. Im Frühjahr/Sommer 2020 könnten dann nach Vorlage der Baugenehmigung der Aus- und Hochbau beginnen. Die Fertigstellung zur Inbetriebnahme könnte dann bis Ende 2021 erfolgen.